• Das Jugendparlament

    Jugendparlament? Was ist das denn?

    Das Jugendparlament (JuPa) ist die unabhängige, politische Interessenvertretung der Jugendlichen in Biberach. Es vertritt die Interessen der Biberacher Jugendlichen gegenüber der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat. Es ist ein selbständig agierendes politisches Gremium, das aus 11 ehrenamtlich tätigen Mitgliedern besteht, die auf zwei Jahre gewählt sind.

    Das JuPa ist eine Beteiligungsform der Jugendlichen an politischen Entscheidungsprozessen. Viele Entscheidungen des Gemeinderats (z. B. Radwegebau, Subventionierung Mensaessen u.ä.) haben direkte Auswirkungen auf die Lebensqualität von Jugendlichen. Das Jugendparlament bietet die Möglichkeit, bei der Ausgestaltung dieser mitreden zu können. Keine Entscheidung über Jugendangelegenheiten ohne uns.

    Die Beteiligung von Jugendlichen ist gesetzlich durch die Gemeindeordnung für Baden-Württemberg in § 41a geregelt.

  • Rechte

    Rechte des Jugendparlaments

    Das JuPa in Biberach ist – rechtlich gesehen – vergleichbar mit einem beratenden Ausschuss des Gemeinderats. Unsere Entscheidungen sind eine Beschlussempfehlung an den Gemeinderat und dessen Ausschüsse. Die endgültige Entscheidung trifft zwar immer der Gemeinderat oder der zuständige Ausschuss, aber in Jugendangelegenheiten müssen wir vor einer Entscheidung gehört werden.

    „Gehört werden“ bedeutet auch, dass wir z. B. in einer Gemeinderatssitzung zu einem Tagesordnungspunkt mit Jugendrelevanz auch eine Stellungnahme (= Rederecht) abgeben oder einen Antrag stellen können. Auf Wunsch und mit Einverständnis des Oberbürgermeisters können wir auch in die nichtöffentliche Sitzungen des Gemeinderates und der Ausschüsse hinein, allerdings nur für die Dauer der Beratung des Tagesordnungspunktes mit Jugendrelevanz.

    Weitere Regelungen können in unserer Geschäftsordnung nachgelesen werden: Geschäftsordnung

  • Ausstattung

    Personelle und Sachliche Ausstattung

    Das Jugendparlament hat bei der Stadtverwaltung eine Geschäftsstelle.
    Für unsere Arbeit außerhalb der Sitzungen haben wir einen Raum im Haus der Jugend (Abseitz) in der Ehinger Straße 19.
    Für die Finanzierung unserer Projekte stehen uns 3.000 Euro im Jahr zur Verfügung.

  • Historie

    Kurzer Rückblick

    Das erste Jugendparlament in Biberach gab es von 1989 bis 1992. Es war eine Initiative der Politik AGs von PG und WG, mit Anhörungsrecht im Gemeinderat, aber ohne Geldmittel, Geschäftsstelle. Zur Gründung eines JuPa wurde ein Verein gegründet, in dem Jugendliche und junge Erwachsene, die Mitglied der Jugendorganisationen der Parteien waren, mitgemacht haben.

    Nach unserer Information wurde im damaligen JuPa von den Gewählten stark parteipolitik gemacht, was der Atrraktivität des JuPa geschadet hat. Hinzu kam, dass das JuPa zu wenig Eigenwerbung machte, 1992 die meisten JuPa-Mitglieder Abi gemacht hatten und zum Studieren o.ä. die Stadt verlassen haben. So kam 1992 mangels Interesse der Jugendlichen an einem Jugendgemeinderat, kein JuPa mehr zustande. Bis 2003! Im Jahr 2003 wurde an den Biberacher Schulen eine Umfrage gemacht, ob ein Jugendgemeinderat erwünscht wäre. Das überraschende Ergebnis: 80% der befragten Jugendlichen wollten ein JuPa.

    Von diesem Ergebnis ermutigt, gründeten einige engagierten Jugendlichen die JuPa-Projektgruppe. Die Sprecher der Gruppe, Johanna Lauber und Felix Zimmerer, haben dann die langen und schwierigen Verhandlungen mit der Stadt und den Parteien geführt.

    Nach einigen Höhen und Tiefen war es dann im Juni 2004 soweit. Der Gemeinderat hat die Einrichtung eines JuPa beschlossen. Die Wahl fand im September 2004 statt.

    Seit Oktober 2004 gibt es wieder ein Jugendgemeinderat in Biberach!

  • Mitmachen!

    Im JuPa mitmachen weil…

    Fakt ist, dass man nur dann etwas verändern kann, wenn man sich dafür auch einsetzt. Meckern ist immer einfach, das kann auch jeder. Etwas dafür Tun, dass sich was ändert, gute Ideen haben und diese umsetzen, das ist nicht jedermanns Sache. Und um bestimmte Sachen politisch umzusetzen oder auch durchzusetzen, dafür braucht es eine Jugendvertretung mit direktem Zugang zur Kommunalpolitik und Stadtverwaltung, die auch mitreden darf.

    Und das Mitmachen im Jugendparlament bedeutet nicht zwangsläufig trockene Politik. Man lernt auch neue Leute kennen (nicht nur die aus dem JuPa), denn wir haben Kontakte zu anderen Jugendgemeinderäten, sogar zu denen aus dem Ausland (z. B. in den Partnerstädten). Besuche in Stuttgart (Landtag), Berlin (Bundestag) und Straßburg (EU-Parlament) sind ein Erlebnis für sich. Allerdings spielt sich die meiste (Überzeugungs-) Arbeit des JuPa hinter den Kulissen ab. Hauptsächlich in Gesprächen mit Politikern der Parteien und in Arbeitskreisen.

    Das Organisieren und Durchziehen von Aktionen machen genauso Spaß, wie das gemeinsame Chillen im unseren Raum.

    Die Zeit im JuPa prägt einen…und zwar fürs Leben. Neben dem Durchblick im Politdschungel nimmt man mehr Sozialkompetenz, Lebenserfahrung und Durchsetzungsvermögen mit. Das freie Reden und Präsentation vor größerem Publikum schreckt auch keinen mehr.

    Und manchmal kann das frühere Engagement im JuPa einen kleinen Schub beim künftigen Berufsleben geben. Entsprechende Urkunden und Zeugnisbeiblätter unter den Bewerbungsunterlagen können ab und zu doch den kleinen Unterschied ausmachen.